Seminar

23.3.2019
9:00 - 16:00 Uhr

Maga. Drin. Sonia Raviola, MSc
ist Historikerin und Philosophin forscht und lehrt in den Bereichen Bildung, Gender, Kultur und Gesundheit. In Wien führt sie eine Praxis für Coaching, Supervision und Organisationsentwicklung.
www.dialog-raviola.at
Sonia Raviola
Thema: "Seit diesem Kuss war ich wie verzaubert...."

Die Bedeutung von Erotik, Sexualität und Geschlechteridentität für die Lebensfreude, das Glück und die Gesundheit: Ein Selbsterfahrungs- und Wissensseminar für Personen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich.

Sexualität ist der vitalste und wesentlichste Teil der Geschlechteridentität, die in jeder Lebensphase eine wichtige Rolle spielt: bei intensiven Glückserlebnissen, in persönlichen Krisensituationen, bei Behinderungen, im hohen Alter und sogar im Leben mit Demenz. Das eigene Erleben - als zum Beispiel Frau, Transgenderperson oder Mann - und die während des gesamten Lebens an diese Rolle verknüpften Eigen- und Fremderwartungen bleiben im Alter bzw. in der Demenz nicht nur bestehen, sondern haben gerade dann eine zentrale Funktion der Identitäts(wieder)findung, weil demente Menschen immer wieder zurück in frühere und ganz frühe Lebensphasen einsteigen.

Im Rahmen eines Vortrags in der Österreichischen Plattform für interdisziplinäre Alternsfragen (ÖPIA) wurde in diesem Zusammenhang sogar von "Inseln der Identität" gesprochen. Auf solchen Inseln der Identität könnte m.E. sogar dann, wenn alles Andere bereits im Ozean des Vergessens verschwunden ist, das eigentliche Ich, das Selbst, im warmen Feuer des Erkennens lebendig atmen. Sexualität gilt als Schlüssel zur Identität, und gelebte Identität als Schlüssel für ein selbstbestimmtes glückliches Leben, auch in Pflege- und Betreuungssituationen. Aber gerade Erotik, Lust und Sexualität sind, trotz vordergründiger Offenheit, noch stark tabuisierte Aspekte in unserer Gesellschaft, die sich in einem engen Korsett von Rollenstereotypen, Vorurteilen und (hetero)normativen Vorstellungen bewegen. Mit Behinderung, Alter oder Demenz werden zwar viele Themen in Verbindung gebracht, aber diese Aspekte des Lebens noch immer stark ausgeblendet.
Warum eigentlich?
Und was könnte eine Alternative dazu sein?

Ausgehend von aktuellen Studienergebnissen über kultursensible Betreuung und Pflege für LGBTI (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender-Personen und Intersexuelle Menschen) bietet dieses Seminar einen kompakten Wissenseinblick über die Bedeutung der Sexualität, die Einladung zur Selbsterfahrung und arbeitsbezogene Vorschläge für die Berufspraxis.

Zielsetzung des Seminars

  • Wissen: Bedeutung von Sexualität und Erotik für die (eigene) Identität, Gesundheit und Lebensfreude
  • Selbsterfahrung: Erkennen von Vorurteilen und Rollenstereotypen - Finden und Ausprobieren von alternativen Umgangsformen
  • Praxis: Handlungsvorschläge am Beispiel konkreter Situationen in der Berufspraxis

Methoden
Impulsvorträge, Geschichten und Spiele, Gruppen-und Einzelarbeiten, Selbsterfahrung und praktische Übungen zum Ausprobieren des Gehörten und Erlebten. Die Aktivitäten werden auch im Freien stattfinden. Bitte bequeme, wetterfeste Kleidung und passendes Schuhwerk mitnehmen.
Ort: Bildungszentrum der Caritas (3100 St. Pölten, Parkpromenade 10)
Kosten: Für Mitglieder des Berufsverbandes kostenlos; sonst € 40,- Seminarbeitrag.

Anmeldung: bis 18.3.2019 bei Sabine Peirleitner (siehe Kontakt)